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Rheinfelden
Ein System, das keinen Zins kennt
Rheinfelden (jsh) Bei den derzeitigen Problemen des Finanzsystems werdenvielerorts Rufe nach einer neuen Wirtschaftsordnung laut. Die Mitglieder des Talente-Tausch-Rings haben ihr alternatives System schon seit zehn Jahren: Mit Hilfe einer Regionalwährung können Waren und Dienstleistungen auch in Rheinfelden getauscht werden. Am Samstag konnten sich Nichtmitglieder beim Adventsmarkt des Vereins über das Tauschsystem informieren und in adventlicher Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen über Wirtschaftsfragen Philosophieren.
„Geld arbeitet nicht. Menschen arbeiten“, stellt Tatjana Metzger, Gründungsmitglied des Talente-Tausch-Rings fest. Für jeden Euro Zinsen, den man bei einer Bank bekomme, arbeite irgendwo jemand. Metzger sieht im Zinssystem und der damit verbundenen Anhäufungsmentalität die Wurzel allen Übels. Die Regionalwährung „Wiesentaler“, die dem Tauschsystem des Vereins zugrunde liegt, kennt keinen Zins. Und Anhäufung ist auch nicht vorgesehen – es gibt ein bestimmtes Limit, wie viele Wiesentaler man ansparen darf: Das Geld soll im Umlauf bleiben, getreu nach dem Motto „Taler Taler, du musst wandern“. Etwa 115 Vereinsmitglieder nutzen den Wiesentaler regelmäßig.
Der Verein ist in Rheinfelden gut vertreten - etwa 15 bis 20 Mitglieder kommen aus der näheren Umgebung. Trotzdem wünscht man sich mehr Mitglieder. Besonders Teilzeitbeschäftigte oder Arbeitslose seien willkommen, sie hätten die nötige Zeit und profitierten am meisten vom Angebot. Insgesamt waren die Besucherzahlen beim Adventsmarkt aber nicht überwältigend: Ein befreundeter Tauschring im Elsass, dessen Mitglieder normalerweise zum Adventsmarkt kommen, konntenwegen einer eigenen Veranstaltung nicht.
Das Prinzip des Tauschrings ist einfach: Jemand bietet etwas an, vollkommen egal was. Das geht von professioneller Massage über Autos bis hin zu selbst gemachter Marmelade. Der Anbieter bekommt dafür eine bestimmte Anzahl von Wiesentalern gutgeschrieben, die er dann seinerseits nutzen kann. Nie soll ein einseitiges Verhältnis entstehen: Durch das Limit darf keiner die Wiesentaler horten, er muss langfristig genauso viel ausgeben, wie er einnimmt. Dieses System des gegenseitigen Gebens und Nehmens funktioniere hervorragend, so Metzger.
Der Adventsmarkt am Samstag im Treffpunkt Gambrinus bot nicht nur Mitgliedern die Möglichkeit, eifrig zu tauschen, sondern auch interessierten Nichtmitgliedern die Gelegenheit, sich zu informieren. Ausnahmsweise konnte man auch mit Euros bezahlen: Haushaltsgegenstände, Flohmarktartikel, Selbstgemachtes - auf den adventlich geschmückten Tischen ließ sich für jeden etwas finden. Manch einer nutzte die Gelegenheit, sich zu informieren. Eine Besucherin bekundete sogar ihre Beitrittsabsichten. Mehr Info: <p" target=_blankwww.tauschring-wiesentaler.de
von südkurier
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